Nachdem Danzig nach den Bestimmungen des Versailler Vertrages der Oberhoheit Polens
unterstellt worden war, stilisierte Adolf Hitler im Deutschen Reich «Danziger Frage»
zum hauptsächlichen Kriegsgrund. Auf der Westerplatte, einer Halbinsel an der Mündung
der Weichsel, die ursprünglich ein beliebter Badestrand der Danziger war, legten die
Polen ein Munitionsdepot an und sicherten es durch ein Befestigungssystem von über
zwanzig Bunkern. Dem Versailler Vertrag zufolge war das keineswegs erlaubt, aber die
Befürchtungen der Polen sollten sich in schrecklicher Weise bewahrheiten.
Am ersten September 1939 begann der Zweite Weltkrieg, als der Panzerkreuzer «Schleswig−Holstein» um viertel vor fünf Uhr morgens das Feuer auf das Munitionsdepot
und die Besatzung auf der Westerplatte eröffnete. Sieben Tage lang leisteten die 182
polnischen Soldaten auf der Westerplatte, die inzwischen längst zum Prestigeobjekt
polnischen Selbstverständisses geworden ist, den Angriffen der Deutschen erbitterten
Widerstand, legen aber schließlich am Morgen des siebten September um viertel nach
zehn die Waffen nieder und ergeben sich. Der Mut der Polen fordert selbst den Angreifern
Respekt ab: Der deutsche General F.G. Eberhart gibt dem polnischen Kommandeur Major
Henryk Sucharski nach der Kapitulation seinen Säbel zurück.
Heute befindet sich auf der Westerplatte ein monumentales Denkmal zu Ehren ihrer
Verteidiger. Fahren Sie mit dem Schiff durch den historischen und heutigen Hafen von
Danzig, vorbei an den Danziger Werften, deren Arbeiter 1988 mit ihrem Widerstand
gegen ein totalitäres Regime erfolgreicher waren, als die Truppen von Major Sucharski,
zur Westerplatte. Dort besichtigen Sie mit Ihrem guide die Gedenkstätte und das Denkmal
und kehren mit einem Stadtbus nach Danzig zurück, wo Sie mit dem Gebäude der polnischen
Post eine zweite wichtige Ö
rtlichkeit des Kriegsausbruches besuchen.
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